Achtung! Baustelle!

Nach langer, langer Pause bin ich nun endlich wieder auf „Blauelakritze“ aktiv! Nicht nur ich bin umgezogen, sondern auch mein Weblog – auch wenn man es zunächst vielleicht gar nicht bemerkt. Rein äußerlich gibt es einen neuen Look, aber auch „hinter den Kulissen“ war viel los. Das Blog war ursprünglich auf Serendipity erstellt worden – das war vor fünf, sechs Jahren! Jetzt läuft es unter WordPress. Außerdem wird es auf einem anderen Server gehostet – die Umzugsplackerei hatte Admin-V… Danke für Deine Hilfe!

Leider sind etliche alte Beiträge im Zuge der Baustellenarbeiten verloren gegangen. Von vielen Beiträgen musste ich mich trennen, denn es ist eine zeitraubende Arbeit, die Fotos korrekt zuzuordnen und einzufügen und die Beiträge zu formatieren.

Momentan (Stand: August 2018) sind einige alte Beiträge zu sehen, die noch nicht überarbeitet sind – d.h. man sieht noch die ins Leere laufenden Links zu den Fotos. Bitte entschuldigt das – ich bin dabei, diese Lücken zu füllen. Außerdem bemühe ich mich, aktuelle Beiträge zu verfassen. Das dauert eine Weile, denn ich bin mit all den vielen Möglichkeiten, die WordPress bietet, noch lange nicht vertraut!

So oder so – ich freue mich sehr, dass Du den Weg zu meinem Blog gefunden hast! Ich hoffe, Du schaust hin und wieder mal vorbei und hast Spaß beim Lesen. Ich freue mich auch über Kommentare!

…endlich raus!

Heute war „kühleres“ Wetter (…also alles unter 30°C) angesagt – und so habe ich beschlossen, endlich mal wieder etwas draußen zu unternehmen. Um kurz nach 9 habe ich dann mein Rad aus dem Keller geholt, meine Sachen draufgepackt und bin losgeradelt. Ehrlich gesagt hatte ich bei der Abfahrt keinen Plan, wohin es gehen sollte… also einfach so drauf los!

Natürlich – wie kann es anders sein? – bin ich mal wieder entlang der Niers geradelt. Diesmal aber flussaufwärts, in Richtung Wickrathberg und Wanlo. Auf „meiner“ Bank an der Niers habe ich dann eine kleine Pause eingelegt.

Etwas stutzig machte mich dann der viele Modder rund um die Weiden am Ufer der Niers: Wie kann hier so viel Matsche sein, wenn es doch wochenlang nicht geregnet hat?

Und überhaupt: So viel Wasser im Flüsschen! Naja, ehrlich gesagt wusste ich des Rätsels Lösung schon – ein paar hundert Meter weite, versteckt im Gebüsch, plätschert munter…

…ein netter kleiner Springbrunnen! Gesponsort von Rheinbraun, ähm sorry: RWE power! Grundwasser, das rund um den riesigen Tagebau abgepumpt wird, sprudelt hier unschuldig (und gut versteckt!) wieder in die Niers – der ansonsten wohl schon lange die Puste – besser: das Wasser – ausgegangen wäre.

 

Dann wollte ich eigenlich schauen, wie nah ich an den Tagebau komme und bin Richtung Borschemich (…was es ja schon nicht mehr gibt!) geradelt. Die vielen Warn- und Verbotsschilder haben mich dann aber doch davon abgehalten, weiter in Richtung Grubenrand zu fahren. Also umgedreht und Richtung Keyenberg geradelt. An der Keyenberger Kirche kam ich auf die lustige Idee, mal den Radrouten-Wegweisern zu folgen. Wo ich wohl auskomme?

Unverhofft bin ich schließlich irgendwo im Gebüsch gelandet, der Radweg war ziemlich zugewuchert. Als das Gewucher sich lichtete, entdeckte ich zu meiner Rechten ein kleines Rinnsal und einen vollkommen ausgetrockneten Ententeich.

Da war sie ja wieder, die Niers! Hier war ich noch nie – schon bald landete ich in Kuckum. Da war es also – das Ende der Niers.. oder, wenn man will, ihr Anfang. In Kuckum (oder besser gesagt: in Unterwestrich) wird wird Wasser in den Weiher des Zourshofes eingeleitet – und daraus „entspringt“ dann die kleine Niers.

Auf einer Infotafel finde ich interessante Informationen: Jährlich werden etwa 4 Millionen Kubikmeter Wasser an verschiedenen Stellen in die Niers eingeleitet. Diese Menge entspricht dem Trinkwasserverbrauch von etwa 86 000 Personen pro Jahr in Deutschland.

Ein ziemlich beknackter Grund veranlasste mich an dieser Stelle meine Rückfahrt nach Wickrath anzutreten: Die kleinen Zahnräder meiner Kettenschaltung quietschten beim Fahren dermaßen, dass ich total entnervt war. Also auf kürzestem Wege zurück nach Hause.

Auf dem Heimweg bin ich dann noch an einem interessanten Punkt vorbei gekommen: Dem Wasserwerk in Wanlo. Aber darüber schreibe ich einen eigenen Beitrag!

Mal wieder in… Zeeland!

mid9Nachdem ich mich recht sponti für die Herbstferien noch in „De Banjaard“ (Kamperland/Zeeland) einquartiert habe, möchte ich hier aber nicht mit den üblichen Panoramafotos vom Meer aufwarten – obwohl ich natürlich welche gemacht habe! :o)
Gestern waren wir in Middelburg. Eigentlich wollte ich zum Drachenladen, um mal zu schauen ob es dort eine nette Lenkmatte gibt, die mir gefällt. Aber als wir nach längerer Kurverei durch die Stadt dann endlich vor dem Haus „Damplein 9“ standen, blinkte uns dort schon das „gesloten“-Schild entgegen. Jammer!
Naja, dann sind wir eben so ein wenig durch die schöne Stadt getippelt, haben (voll tourimäßig!) Postkarten gekauft und ich habe (ebenfalls voll tourimäßig…) meine Kamera rausgeholt und wie wild fotografiert.
Irgendwie ragen überall in der Stadt alte Türme, Türmchen oder Stufengiebel in den Himmel. Wenn man Glück hat findet man auch die dazu gehörende Kirche.

mid2So sind wir also in der ehemaligen Abteikirche in Middelburg gelandet. Eher zufällig, aber schon beeindruckend.
Um 1100 wurde die Abtei gegründet durch Prämonstratenser, die aus Antwerpen hierher kamen. Ich finde es immer faszinierend mir auszumalen, mit welchen einfachen Mitteln und unter welchen Anstrengungen die Menschen damals dieses Bauwerk erreichtet haben! Das ist schon irre, finde ich! (…okay, irre ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber egal!).

mid7Etwas verwirrend fand ich, dass sich im Inneren der „Abdijkerk“ zwei durch Mauern und eine Art „Durchgangshalle“ getrennte Kirchen befinden: Die „Koorkerk“ (der ehemalige Mönchschor) und die „Nieuwe Kerk“. Wobei nur die „Koorkerk“ irgendwie noch nach Kirche aussieht (mit Bänken, Kanzel und so etwas wie einem Altar). In der „Koorkerk“ hängt auch diese etwas eigentümlich anmutende Orgel,

Der mächtige Turm der Kirche ist 90,5 Meter hoch und wurde im 14. Jh. an die Südwand der Abteikirche angebaut. Hochgeklettert sind wir nicht, war leider auch „gesloten“… ;o)
Im zweiten Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex durch einen Brand nach einem deutschen Bombardement (Mai 1940) schwer beschädigt – aber anschließend in heutigem Zustand wieder aufgebaut.

mid5Besondes schön finde ich ja immer die Kreuzgänge. Auch diese Abtei hat natürlich einen, und Besucher können da sogar rein. Im Hof des Kreuzgangs ist ein schöner kleiner Kräutergarten angelegt, mit symmetrischen Beeten und Buchsbaumhecken. In der Mitte steht ein Brunnen.
mid6Ich mag die Atmosphäre in den Kreuzgängen. Dieser hier ist „geschlossen“, mit hohen Fenstern und trotzdem ein wenig „dämmerig“. Umso schöner ist das Licht, das aus den gotischen Fenstern in den Kreuzgang dringt. Vielleicht können die Fotos ja ein wenig von dieser Atmosphäre wiedergeben…

Soooo schön…

..war gestern der Sonnenuntergang hier am Meer! Für sieben Minuten tolles Licht – das muss man ausnutzen!

Also Nase in den Wind und Finger an den Auslöser!

Danke an Marion für die schönen Fotos.

Jaaaaa – endlich wieder in Oostkapelle!

Tja, Leute… es ist mal wieder so weit: mich hat’s wieder nach Oostkapelle verschlagen!palme
Eine ganze Woche Urlaub an der Nordsee – heel lekker!

Bei der Ankunft gegen 14 Uhr war der Himmel blitzeblau und hin und wieder gab’s ein kleines Wölkchen. Also mal schnell ab zum Strand, dem Meer „hallo!“ sagen.
pommes

Die Ferienhäuser hier im Ort sind nur spärlich belegt. Soll mir recht sein, je weniger Betrieb umso besser. Pommes gab’s schon – im „Piraat“ natürlich. Mit Magenbeschwerden allerdings nicht so wirklich zu empfehlen…
Ich nutze die Gelegenheit, mal wieder etwas in meinem Blog zu schreiben. Und ein paar meiner genialen Star-Fotografien zur Schau zu stellen… grinsel
Leider hat unser Einkaufstrupp kein Grolsch muschelnmitgebracht, sondern nur Heineken in Mini-Flaschen… Ist aber auch egal…
Morgen oder übermorgen werde ich mal eine kleine Bird-Watching-Tour machen. Ich habe aber leider nur meine „kleine“ Kamera dabei, so dass ihr auf tolle Fotos wahrscheinlich verzichten müsst ;o)
So, jetzt mal Schluss – jetzt wird gezockt! (Heckmeck, wer’s kennt!)

Qual der Wahl?

Vor einiger Zeit habe ich nun hier in meinem Blog die Kategorie „ex libris“ eröffnet.
Und seitdem grüble ich, welches meiner vielen (Lieblings)Bücher ich hier zuerst vorstellen soll. Überhaupt – ich will hier kein(e) Reich-Ranicki, Karasek oder Heidenreich werden, es geht einfach um Bücher, die mir gut gefallen.
Dann kommt das zweite Problem: Was schreib‘ ich über das Buch meiner Wahl? Dass es mir einfach so gut gefallen hat? Dass es so ein schönes Titelbild hat? Dass der Klappentext wirklich anrührend ist? Alles Klimbim.
Ich habe in den letzten Wochen viel gelesen – gottseidank, es klappt wieder mit meiner Konzentration, und meine Augen machen auch wieder mit. Die meisten Bücher waren Thriller oder Krimis, etwas für die Spannung eher, weniger literarischer Hochgenuss (…wobei es ja durchaus auch AutorInnen gibt, die beides zu verbinden wissen). Von manchen weiß ich nichts mehr, andere sind mir gut im Gedächtnis geblieben. Für den Anfang habe ich zwei Bücher ausgewählt:

halbeslebencov„Mehr als nur ein halbes Leben“ von Lisa Genova und
c_hq_diegrube„Die Grube“ von Ingrid Bachér.

 

 

In „Mehr als nur ein halbes Leben“ ist Sarah die Protagonistin, eine Karrierefrau mit smartem Ehemann, Haus, Hund und drei Kindern: Lucy, Charlie und der kleine Linus. Erfolgreich, immer auf Zack und immer in Zeitnot. Bis zu dem Tag, an dem sie mit voller Geschwindigkeit auf der Landstraße in ein Stauende rast…
Okay, jetzt erwartet ihr bestimmt, dass es tragisch-kitschig-melodramatisch weitergeht – so à la: „Dann war nichts mehr wie zuvor…“
Nun gut, so ist es eigentlich auch: Sarah erwacht im Krankenhausbett, geblendet vom weißen Neonlicht und mit einem Schlauch im Mund. Acht Tage nach dem Autounfall. Das ist auf Seite 81. Sie weiß wie sie heißt, wo sie wohnt, wie alt sie ist und dass sie drei Kinder und einen netten Ehemann hat. Doch ziemlich bald merkt sie auch, dass etwas ganz und gar nicht stimmt:irgendwie scheint es von allem keine linke Seite mehr zu geben. Kein Messer links neben dem Teller. Keine Schokosoße links auf dem Dessert. Keine linke Hand, kein linkes Bein.
Sicher könnt ihr euch vorstellen, mit welchen Problemen sich Sarah in der folgenden Zeit konfrontiert sieht. Das will ich hier auch gar nicht alles verraten… gesagt sei nur: Sie kämpft sich mit Ausdauer und Mut zurück ins Leben. In ein Leben, das komplett anders ist als das, das sie zuvor geführt hat.

Einfühlsam, mit viel Humor und wenig pathetisch und ohne den typisch amerikanischen „Zuckerguss“ beschreibt Lisa Genova Sarahs Weg. Trotz vieler Rückschläge und Enttäuschungen lässt sie sich nicht beirren. Sie trauert nicht um das, was sie nicht mehr kann – statt dessen entdeckt sie neue, ungeahte Möglichkeiten, die in ihr stecken.
Genau das ist es, was mich an diesem Buch berührt hat: Da bekommt ein Mensch echt eine volle Ladung auf den Deckel – aber anstatt sich zu verkriechen und sich zu bemitleiden geht er offensiv und kreativ mit den Gegebenheiten um. Entdeckt und fordert sein Potenzial. Lernt, dass Leben auch anders gehen kann – langsamer, bewusster, stiller vielleicht, manchmal eben auch unfreiwillig langsamer. Aber immer mit „mehr“, das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zu erkennen ist.

Hallo Welt!

tubenOb ihr’s glaubt oder nicht: Mich gibt’s noch!
Zugegeben – ich bin etwas, naja wie soll ich sagen – blogfaul in den letzten Monaten. Dabei gäbe es doch etliches zu berichten.
Heute stelle ich mal ein paar Bilder ein. Ich habe nämlich neben einer neuen Kamera (…über die ich ja auch schon seit Monaten etwas hier schreiben wollte!) neuerdings auch ein Wacom-Grafiktablett. Geburtstagsgeschenk, sozusagen.
Was um alles in der Welt macht frau wie ich mit so ’nem Grafikteil? Na, logo: digital kunstwerken, was sonst!?
gooseAlso – jetzt mal ganz seriös: Ich habe mir das Gerät gekauft, um Skizzen, Zeichnungen, Comics und sowas digital erstellen zu können. Nebenbei kann die mitgelieferte Software aber noch gaaaaanz gaaaaanz viele andere Sachen… und die sind fast noch kreativer, als mit Stift und Tablett zu zeichnen.

tabletten2Ich finde gerade die Kombination interessant, aus Fotos, die ich selber aufgenommen habe (zum großen Teil noch mit meiner „alten“ G11) solche digitalen Malereien zu machen. Abends sitze ich dann gerne am Computer und tobe mich kreativ aus – und das ganz ohne Gekleckse, undichte Farbtuben oder umgekippte Pinselwäscher! Grandios! (…nun gut, ehrlich: Das kreative Chaos und Getümmel beim „echten“ Malen kann auch das tollste Tablett nicht ersetzen!)
Bislang habe ich das immer an meinem neuen Laptop gemacht, aber heute habe ich mal meinen Müffel angeschmissen (ein stinknormaler Desktop-PC). Er scheint mit Corel Painter und Photoshop allerdings schon etwas überfordert zu sein – und das, obwohl er noch fast! neu ist und eigentlich ein ganz flottes und gut ausgestattetes Kerlchen… (okay, okay… on-board-Grafik… da muss ich wohl Einschränkungen hinnehmen!).
So, und bevor ich jetzt vom Hölzken auffet Stöcksken komme, mache ich mal schluss hier und platziere noch ein paar Kunstwerke.

Amsel zum Frühstück

Heute früh wurde ich Zeugin eines dramatischen Vorfalls – während ich noch halb verschlafen auf dem Balkon weilte (…um nach den Kaninchen zu schauen, ihr versteht…).

494099_web_R_K_by_uschidreiucker_pixelio.deGroßes Geraschel und Gemenge im Gebüsch vor dem Haus. Eine Amsel ergreift laut zeternd die Flucht. Aber da ist noch ein anderes Tier… eine Katze?
Momente später kommt dann ein blaugraues Etwas aus dem Gestrüpp. Ein Raubvogel? Naja, zumindest beschirmt das Viech irgendetwas mit seinen Flügeln – ganz nach Raubvogelart. Das bemitleidenswerte Wesen in den Fängen des Jägers war wohl Frau Amsel… die heute nicht schnell genug war, um dem Greifvogel zu entkommen.
Puh – naja, das ist die Natur. Ich gehe davon aus, dass der Raubvogel ein Sperber war – vielleicht „wohnt“ er auf dem nahen Friedhof. Faszinierend – aber auch ein bisschen traurig.
Das Bild ist übrigens von pixelio.de – hier liegt (noch) kein Schnee – und zeigt einen Sperber auf der Jagd nach seiner Lieblingsspeise: Singvögeln (wie z.B. Amseln). Da ist doch ein Futterhäuschen echt sowas wie ein Sperber-Mäckes, oder? ;o)

Bücherwurm

buch2Eine neue Kategorie taucht heute in meinem Blog auf: „Ex libris“.
Nein, nein – ich bin nicht unter die Lateiner gegangen! Macht euch also keine Sorgen! ;o)

 
buch1Da ich in letzter Zeit sehr viel lese und weniger draußen unterwegs bin, habe ich diese Kategorie neu eingestellt. Ich möchte hier einige der Bücher vorstellen, die ich gut finde und gerne gelesen habe. Natürlich bin ich auch gespannt darauf, was ihr dazu denkt: Vielleicht habt ihr ja das ein oder andere Buch auch gelesen. Dann würde ich mich über einen Kommentar von euch sehr freuen!

quer geflötet

flu2Eigentlich… also: Eigentlich wollte ich diesen Beitrag ja schon laaaange geschrieben haben!
Eigentlich sollte er direkt nach meinem Bericht aus der „Muziekcentrale“ kommen… aber dann gab’s erst einmal eine ziemlich lange Sendepause hier in meinem Blog…
Nun bin ich schon seit mehr als einem Jahr stolze und begeisterte Besitzerin einer neuen Querflöte. Meine alte Flöte, die ich vflu6or etwa 25 Jahren (…ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr so ganz genau!) bekommen habe, ist doch schon sehr in die Jahre gekommen. Natürlich wurde sie im Laufe ihres langen Flötenlebens mehrfach in der Werkstatt eines kundigen Instrumentenbauers überholt und gewartet. Aber nach einem Vierteljahrhundert nagt eben auch der Zahn der Zeit an der feinen Mechanik der Querflöte.
Seit einiger Zeit spiele ich wieder regelmäßig – nicht zuletzt, seit ich das Ensemble „flötissimo!“ für mich entdeckt habe, in dem ich jetzt jede Woche flöte. Eine neue Querflöte zu kaufen wäre mir ja noch vor drei, vier Jahren niemals in den Sinn gekommen. Aber vor einem Jahr dann habe ich den Gedanken „Och, eine neue Flöte wäre bestimmt auch richtig toll!“ dann in die Tat umgesetzt.

Meine alte Flöte war ein Instrument von Pearl, einem japanischen Hersteller. Damals – also als ich mich in der Hoch-Zeit meiner Flötenkünste befand – war das schon eine gute und nicht ganz „billige“ Wahl für ein Schülerinstument. Und auch heute bietet Pearl sehr gute Flöten für jeden Geschmack (und für fast jeden Geldbeutel) an. So war ich eigentlich sicher, dass auch meine neue Flöte eine von Pearl sein sollte.
Nun ja, da wurde ich spätestens im „European Flute Centre“ von Adams eines besseren belehrt. Dass es viele Instrumente zum Ausprobieren gab, habe ich euch ja schon erzählt. Damals war die Entscheidung gar nicht so einfach – aber heute weiß ich, dass es absolut richtig war und ich mich für die ideale Querflöte entschieden habe.

Sonare_logo„Sonaré“ – diesen Namen kannte ich ehrlich gesagt bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Im Internet habe ich mich dann erstmal schlau gemacht: Sonaré ist quasi ein Ableger der amerikanischen Edelflötenmanufaktur Verne Q. Powell – allerdings mit für „serious intermediate flutists“ erschwinglichen Preisen.
flu4So kommt „meine Neue“ also zu einem vollsilbernen Kopfstück aus der Powell-Signature-Reihe. Der „Rest“ ist dann „made in USA“ und von Sonaré. Aber nun genug der Fachsimpelei.
Nachdem ich also im bereits ausführlich beschriebenen Musikgeschäft etwas mehr als (m)ein Monatsgehalt gelassen hatte, durfte ich die Querflöte dann mein Eigen nennen.
Schnell ist mir klar geworden, dass dieses Instrument wirklich sein Geld wert ist: die Töne sprechen klar und kräftig an, die Mechanik „läuft“ und ist federleicht im Spiel. Der kräftige aber keinesfalls zu harte Klang der Flöte ist echt ein Traum!
Natürlich liegt es auch an der Kondition und der guten Übung des Flötisten – aber selbst nach langer, langer Übungspause gelingt es mir, wirklich schöne und runde Töne in (fast!) allen Tonlagen zu spielen.
flu1Im Gegensatz zu meiner alten Pearl-Flöte hat meine neue Flöte Ringklappen. Das bedeutet, dass die Klappen, auf denen Finger ruhen (ja klar, es gibt auch Klappen, auf denen kein Finger ruht) mit einem Loch versehen sind. Drückt man die Klappe, so dichtet der entsprechende Finger das Loch ab und der Ton erklingt. Einfach gesagt – aber in der Praxis gar nicht so leicht! 25 Jahre hatte ich mit geschlossenen Klappen musiziert – und jetzt das! Oft passiert es nämlich, dass die Fingerkuppe doch nicht optimal (=dicht!) auf der Klappe liegt – und dann gibt’s eher einen „Heuler“ als einen angenehmen Ton, weil die Luft doch noch durch die kleinsten Ritzen entweicht.

Glücklicherweise gibt es aber diese winzigen und überaus nützlichen Silikonstopfen, die die Ringklappen verschließen! Die habe ich anfangs immer reingetan und nach und nach herausgeholt, so dass erst ein Finger, dann zwei, dann drei die offenen Klappen ordentlich abdecken. Mittlerweile gelingt mir das ganz gut – nur beim linken Ringfinger gibt’s oft noch Ärger… naja, warum habe ich auch so kurze Finger?
h_fussMeine Flöte hat keinen h-Fuß. Viele Flötenmodelle haben dies jedoch zur Auswahl. H-Fuß bedeutet, dass das Flötenrohr etwas länger ist, mehr Klappen hat und man anstatt „nur“ bis zum c1 dann noch tiefer zum h1 kommt. Auf der Grafik seht ihr, wie solch ein verlängertes Endstück der Flöte aussieht.

VQP

Falls ihr Lust habt, euch mal auf der wunderschönen Webseite von Powell-Sonaré umzuschauen:
Der Link verbirgt sich hinter der Grafik. Es erklingt übrigens auch tolle Flötenmusik!