Im Depot

Ein sehr eigentümliches und gleichzeitig auch faszinierendes Naturgebiet ist das ehemalige Munitionsdepot in Brüggen-Bracht.<br />
Während meiner Ausbildungszeit in Kaldenkirchen wurde ich zum ersten Mal aufmerksam auf dieses Gelände, das seit Ende des zweiten Weltkriegs von der Britischen Rheinarmee als Lagerstätte für Sprengstoffe und Munition genutzt wurde. 1996 zogen die Streitkräfte ab und räumten das Gebiet, das seit fast 50 Jahren von einem fast 18 Kilometer langen Zaun umschlossen war (und auch jetzt noch umzäunt ist). 1997 öffneten sich dann die für die Bevölkerung bis dahin stets verschlossenen Zugangstore – das Depot war natürlich militärisches Sperrgebiet – und man konnte erstmals das Terrain erkunden.<br />
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<a class='serendipity_image_link' href='http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Halle.jpg'><!– s9ymdb:40 –><img width="110" height="83" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Halle.serendipityThumb.jpg" alt="" /></a> <br />
Seltsam muteten die schnurgeraden asphaltierten Straßen an, die durch Wald und Heide führten. Einzelne Kreuzungen, Abzweigunge, Einfahrten lockerten das Bild auf. Verfallene Militärgebäude, Baracken und große Hallen. Alles grün gestrichen. <a class='serendipity_image_link' href='http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/BahnEnde.jpg'><!– s9ymdb:44 –><img width="110" height="83" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/BahnEnde.serendipityThumb.jpg" alt="" /></a><br />
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Verlassene Bahnsteige, vor sich hin rostende Waggons, Gleise ins Nirgendwo. Verkehrsschilder und Hinweistafeln mit geheimnisvoll anmutenden Buchstaben und Zahlen darauf. Erinnerungen an die militärische Nutzung des Gebietes. <br />
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<a class='serendipity_image_link' href='http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Waelle.jpg'><!– s9ymdb:43 –><img width="83" height="110" style="float: right; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Waelle.serendipityThumb.jpg" alt="" /></a> Am seltsamsten jedoch die meterhohen Wälle, die als Splitterschutz rund um die etwa 200 Lagerhallen gebaut waren. Nach und nach verschwanden die Hallen, die Wälle jedoch bleiben und verleihen dem Gebiet eine mysteriöse Ausstrahlung. Auf dem sandigen Grund haben sich mittlerweile zahlreiche Pflanzen und auch Tiere angesiedelt: Vom Ginster über das Heidekraut bis hin zu seltenen Pilzarten in den Wäldern und Reptilien und Insekten in den feuchten und moorigen Abschnitten des Depots. <br />
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<a class='serendipity_image_link' href='http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Schraegbild.jpg'><!– s9ymdb:42 –><img width="110" height="83" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Schraegbild.serendipityThumb.jpg" alt="" /></a>Insgesamt ziehen sich über 88 Kilometer Straßen durch das 1250 Hektar große Gelände. Aus Gründen des Naturschutzes jedoch sind die meisten dieser Straßen gesperrt für den Publikumsverkehr. Trotzdem bleibt noch mehr als genug Raum (und Straße) für den engagierten Wanderer, Inline-Skater oder Radfahrer, um das Depot zu erkunden oder zu durchqueren. Einige gut markierte Routen führen von verschiedenen Eingangstoren aus durch das Gelände. Die großen breiten Hauptachsen, geteerte Straßen, eignen sich hervorragend zum Inline-Skaten in "wilder" Natur! Wo sonst kann man als Skater hubbelfreies Fahrvergnügen UND beeindruckendes Naturerlebnis ZUGLEICH genießen?<br />
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<a class='serendipity_image_link' href='http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Gabi.jpg'><!– s9ymdb:41 –><img width="110" height="83" style="float: right; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://www.blauelakritze.de/uploads/Fotos/Gabi.serendipityThumb.jpg" alt="" /></a>Wer es aber – wie ich – immer etwas langsamer mag, der kann auf so manchem stillen Weg zahlreiche kleine (Insekten, Reptilien), etwas größere (Vögel) oder ganz große Tiere (Hirsche, Rehe, Wildschweine so wie Wildpferde und Hochlandrinder) zu Gesicht bekommen. Freilich bedarf es schon einiger Ruhe und Geduld – aber das Depot ist ein Fleckchen Erde mit einer großen Artenvielfalt.<br />
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Und noch ein Leckerchen wartet auf aktive GeoCacher im Depot: Insgesamt vier Caches – drei Tradis sowie der Multi "Brüggener Hasenschule" (sehr zu empfehlen!) – warten auf die Schatzsucher. Da ich alle Caches schon im vergangenen Jahr gesucht und gefunden habe, kann ich euch empfehlen, zumindest die "Depot"-Caches mit dem Fahrrad anzugehen. Die Schatzsuche wird euch in abgelegene Zipfel des Depots entführen!<br />
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Nicht nur aufgrund seiner eigentümlichen Struktur und seiner militärischen Vergangenheit ist das ehemalige Munitionsdepot in Brüggen-Bracht sicherlich einen Ausflug wert. Wer jetzt neugierig geworden ist – im nächsten BlogEintrag habe ich einige Links zusammengestellt, die euch mehr Infos über das Depot bieten.<br />
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